ilija trojanow (bul/aut)
gedichte an unsere überwacher
Die Wanzen
beitrag von: Georg
Die Wanzen
Die Wanzen sind gekommen, von ich weiß nicht wo. Sie sitzen in den Ritzen vom Bad und vom Klo. Auch bewohnen sie das Telefon und den PC wo ich sie leider gar nicht seh. Da hören sie dann alles mit mit größtem Datenappetit Am liebsten fressen sie ganz mächtige Worte Bombenanschläge und Terroristenwohnorte Je mehr ich so was höre, spreche, lese und schreibe desto mehr interessieren sich Wanzen für meine Bleibe Was mich dabei am meisten stört ich habe unlängst erst gehört Der größte Kammerjäger dieser Welt hat selbst die Wanzen hergestellt Sodann verschickt in alle Winde uns ich kam wie die Jungfrau zu dem Kinde Was hilft nun gegen dieses Vieh Hoffentlich die Poesie
review von: ilija trojanow
Hallo Georg, die Idee mit den "Wanzen" und dem "Kammerjäger" gefällt mir gut, auch der Ansatz den Text im klassischen Sinne zu reimen... Ich würde mich einerseits noch einmal mit dem Rhythmus beschäftigen. An einigen Stellen scheint er mir zu holpern. Beispielsweise: "Am liebsten fressen sie ganz mächtige Worte / Bombenanschläge und Terroristenwohnorte" in etwa so: "Am liebsten fressen sie ganz mächtige Worte / Bomben, Anschläge, Terroristenwohnorte"... Insgesamt würde ich die Wörter knapper halten, kürzer die Zeilen - auf die Füllwörter achten! Oder auf Kombinationen wie "ganz mächtige Worte"... Im Grunde würde "mächtige Worte" reichen... Was bedeutet "ganz mächtig" und auf die Logik: "Je mehr ich so was höre, spreche, lese und schreibe / desto mehr interessieren sich Wanzen für meine Bleibe". Wieso interessieren sich die Wanzen für Ihre Bleibe, wenn sie "so was hören"? Die Zeilen "Sodann verschickt in alle Winde / uns ich kam wie die Jungfrau zum Kinde"... Sie "kommen wie die Jungfrau zum Kinde"? Wozu "kommen Sie"? Ich denke, wie gesagt, ein gute Idee, an der textlichen Übersetzung müsste jedoch noch stark gearbeitet werden... Auch der Schluss scheint mir fraglich... Sind Wanzen "Vieh"?