Es braucht so wenig - hitler hatte angst vor katzen
sibylle berg (ger/sui)
Es braucht so wenig
beitrag von: mindL
Es braucht so wenig
Eine kleine Katze erdrückt zu haben, die sich in der Nacht in das Bett des jungen Mannes geschlichen hatte, das hat den Großvater, der die Kinder nicht mit Freude, eher aus Pflichtgefühl mit dem Gürtel schlug, bis zum Ende am stärksten beschäftigt. Den Tod hat er sich 50 Jahre lang in den Leib hineingeraucht, sodass der Kameradschaftsbund beim Begräbnis tatsächlich von einem spät Gefallenen Abschied genommen hat. Die Enkel haben ihn sehr geliebt. Nie hätte er sie geschlagen, nicht einmal damit gedroht, und ganz bestimmt im Schlaf nicht erdrückt, das wäre ihm nicht noch einmal passiert.
review von: Sibylle Berg
als erzähler bleiben sie dem großvater gegenüber sehr weich. die perspektive ist interessant, sie hat etwas dokumentarisches, keine schuldzuweisung, die man aber gewohnt ist - du vater hast menschen im krieg getötet und uns geschlagen, du bist kein mensch. die enkel hingegen neigen dazu verstehen zu wollen und suchen nach antworten in der identifikation- großvater ist ein guter mensch, wäre ich auch in der lage dazu... hier privates und politisches zu trennen ist kaum möglich.
aber wer weiß ob ihre intention und meine interpretation was zu tun haben miteinander.
kommentare
Dominika Meindl
17.11.2016 15:12
Ihre Interpretation und meine Intention sind kongruent! Das Erschrecken über diesen speziellen Bruch zwischen Eltern und Großeltern stand am Ende der Kindheit.
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Ihre Interpretation und meine Intention sind kongruent! Das Erschrecken über diesen speziellen Bruch zwischen Eltern und Großeltern stand am Ende der Kindheit.